Bei der heutigen Generalprobe amüsierte die Theatergruppe Ladis das Publikum erstmals mit ihrer neuen Komödie „Almleben“ von Lukas Bühler. Das Stück wird ab dem 8. Jänner bis voraussichtlich 2. April jeden Montag-Abend im KVZ aufgeführt.

Zum Inhalt: Das Leben auf der Alm könnte so idyllisch sein, wenn da nicht allerlei seltsame Gestalten ihr Unwesen treiben würden. Vom Model mit Hygiene-Tick, der Esoterikerin, die ihre innere Mitte sucht bis zu zwei waschechten Verbrechern die mit einem Koffer voll Geld für Unruhe sorgen, ist alles in diesem unterhaltsamen Stück enthalten. Und dann wären da noch die zwei ledigen Schwestern, die für die Erhaltung der Berglandschaft Spenden eintreiben und verzweifelt auf der Suche nach ihrem „Mister Right“ sind.

Diese Mischung aus diesen Persönlichkeiten und der passenden Hintergrundgeschichte garantiert eine höchst amüsante Komödie, bei der kein Auge trocken bleibt. So hegt Bauer Sepp (Christoph Kirschner) für seine Frau Resi (Evi Senn) die größte Zuneigung, natürlich nach seinen zwölf Kühen. Das Model Clarissa (Andrea Marth) muss von High-Heels auf Gummistiefel umsteigen, wie unhygienisch! Und der Verbrecher Leopold (Victor Markl) bekommt es gleich mit den beiden heiratswütigen Schwestern Bärbel (Elisabeth Juen) und Trudi (Renate Kappeller) zu tun. Nur gut, dass das Medium Kalina Luna (Kerstin Senn) vor Ort ist, um die Verbindung zwischen Himmel und Erde wiederherzustellen. Dies bekommt auch der zweite Verbrecher Edi (Albrecht Kirschner) am eigenen Leib zu spüren…

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Auszug aus der Rundschau Landeck, Nr. 4, 35. Jahrgang – Ausgabe vom 24./25. Jänner 2018

Ein Blick hinter die Kulissen

Eines ist sicher: Die Theatergruppe Ladis ist bei ihren Aufführungen mit soviel Herzblut dabei, dass es für den Besucher eine absolute Wonne ist, einem Stück im sehenswerten Kultur- und Veranstaltungszentrum Rechelerhaus beizuwohnen. Beim neuen Lustspiel „Almleben“ gab es gleich zwei Premieren: Einerseits feierte der (selbst spielende) Obmann seinen Einstand, andererseits auch die ehemalige Maskenbildnerin. Ein „Bravo“ sei hier schon vorweg deponiert.

Mitte September hat man mit den Vorbereitungen begonnen. Über 20 Proben später sollte es mit der Premiere des Lustspiels von Lukas Bühler (Regie: Patric Peer) soweit sein. „Es ist abgelaufen wie immer“, erklärt Neo-Obmann Victor Markl, „aber es steckt schon viel Arbeit dahinter!“ Wie lief der Einstand für das neue Vereinsoberhaupt? „Blutig schwer, wir werden hier mal eine Zucht reinbringen müssen“, lacht Markl, fügt aber sogleich an: „Nein, Spaß beiseite: Ich werde von meinem Team toll unterstützt!“ Was waren die Herausforderungen? „Die Kuss-Szenen“, muss man nicht lange überlegen, „bis wir auf das Bankerl raufgepasst haben – dann sind wir sogar mal runtergekugelt“, schmunzelt Renate Kapeller, die „Trudi“ verkörpert. Für Kapeller ist es das erste Mal mit der Gruppe auf der Bühne, bisher hatte sie die Maskenbildung über. Aufgeregt? „Ein bisschen schon – das sollte aber freilich auch so sein!“ Gibt’s einen Trinkspruch oder ein Schnapserl, bevor dann losgelegt wird? „Nein, wir stoßen immer ohne Schnaps an!“ Das Augenzwinkern bei diesem Satz war wohl Einbildung. Groß ist die Vorfreude auch für Bürgermeister Florian Klotz, der sich die Generalprobe nicht entgehen lassen wollte: „Eine super Sache, ich kann dem Team nur gratulieren! Was sie für die Gäste und Einheimischen auf die Beine stellen, ist vorbildhaft!“

„Du bleibst mein kleines Stinktier!“

Mit Schabernack vom Feinsten und ausgefallenen Szenen wie jener, als Bärbel und Trudi palavernd durch den Saal marschieren, ging es los. Schon ab da war spürbar: Das wird eine tolle G’schicht! Allein dieses Duo begeisterte mit herrlich funktionierendem und köstlichem Spiel – Szenenapplaus war den beiden sicher. Etwa bei Sagern wie: „Mei, bei dem (Bauern, der sich äußerst fürsorglich um sein Vieh kümmert, Anm.) tat i gern amål a Kuh sein!“ Oder wenn gesundheitlich eine „Artillerieverkalkung“ vermutet wurde. Dufte die Inszenierung, flott und flüssig vorgetragen, entwickelte das Stück eine Sogwirkung, die immens viel Freude bereitete. Das ach so beschauliche und ruhige Almleben erzitterte in Folge unter dem Auftritt des blonden Models Clarissa, der ihre-Mitte-suchenden Esoterikerin Kalina und den zwei Verbrechern Edi und Leopold. Als dann noch ein Koffer voller Geld verschwand, platzte dem einen schon mal der Kragen: „Finde ihn wieder, sonst mach ich dich einen Kopf kürzer!“ Entgegnung: „Dann wäre vielleicht mein Kopfweh weg!“ Wer hier nicht lacht, dem ist nicht mehr zu helfen. Zugabe? Fragte die Chef-Bäuerin Resi ihren Sepp angesichts der Blondine doch tatsächlich: „Ist sie schöner als ich?“ Er: „Du bist die Schönste!“ Nachsatz: „Und du bist und bleibst mein kleines Stinktier!“ Immer mehr wurde der Alltag aufgemischt, am Ende blieb kein Auge trocken. Oder keine Lippen. Denn die einzigartige Kuss-Szene kam dermaßen brüsk und flockig daher, dass es die Besucher quasi von den Sitzen riss. Müßig zu sagen, dass der humorvolle Wirbel mit Fortdauer größer und größer wurde. Fazit: Sehr achtsam und mit viel Pep gespielt, samt einem profund herausgeputzten Bühnenbild und einem vorzüglichen Casting. Authentisch!

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