Unter Einhaltung der geltenden Covid19-Bestimmungen fand heute das Sommergespräch des Tiroler Bauernbundes beim Gasslbauer der Familie Pittl in Ladis statt. Der Besuch von Bundesministerin Elisabeth Köstinger wurde beim Eintreffen von einer kleinen Gruppe des „Verein gegen Tierfabriken“ begleitet, die gegen Vollspaltenboden in der Schweinehaltung protestierte.

Die Themen des Abends reichten von der Herkunftskennzeichnung über die Absicherung der heimischen Almwirtschaft bis hin zur Rückkehr des Beutegreifers Wolf, der gerade den Bauern des Tiroler Oberlandes in den letzten Tagen und Wochen einen großen Leidensdruck bereitet.

„Die Coronavirus-Krise hat eines ganz klar gezeigt. Die Landwirtschaft ist systemrelevant“, erklärte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger in ihrer Ansprache. Die Landwirtschaft war und ist von der Coronavirus-Krise nach wie vor betroffen. Einerseits der Lockdown im Tourismus und andererseits die schwierige Situation auf den Märkten setzte den bäuerlichen Familienbetrieben zu. „Wir stehen als Bundesregierung hinter unseren Bäuerinnen und Bauern, daher haben wir rasch reagiert. Neben den Sofortmaßnahmen haben wir das größte Entlastungs- und Investitionspaket mit einem Volumen von 400 Mio. Euro auf den Weg gebracht. Die steuerlichen Entlastungen für die Landwirtschaft werden mit 50 Mio. Euro bereits rückwirkend mit 1.1.2020 in Kraft treten. Damit setzten wir Jahrzehnte lange Forderungen um“, erklärte Köstinger. Abschließend ging die Ministerin noch auf die notwendigen Rahmenbedingungen seitens der EU-Kommission ein. „Bundeskanzler Sebastian Kurz hat für die Landwirtschaft einen Meilenstein in der österreichischen Agrarpolitik erreicht. Mit 35 Mio. Euro wird das Agrarbudget für Österreich erstmals seit vielen Jahren steigen, ursprünglich hatte die EU eine Kürzung um 770 Mio. Euro für Österreich vorgesehen, das konnten wir in einem Verhandlungsmarathon abwenden. Damit geben wir unseren Bäuerinnen und Bauern Sicherheit. Genau die gleiche Sicherheit fordere ich auch beim Umgang mit den Wölfen von der EU-Kommission ein. Wir brauchen klare und praktikable Regelungen, um Alm- und Weidewirtschaft auch in Zukunft möglich zu machen“, appelliert Bundesministerin Elisabeth Köstinger.

Nachdem in diesem Jahr bereits die Tiere von 15 Almen frühzeitig ins Tal abgetrieben werden mussten, appellierten Bezirksbauernobmann Elmar Monz und LK-Präsident Hechenberger gemeinsam mit allen Anwesenden. „Wir haben in Tirol heuer bereits flächendeckend Risse zu beklagen. Und das, obwohl es noch kein angesiedeltes Rudel gibt. Alle Almen wolfssicher zu machen ist eine Utopie. Wenn wir den Fortbestand der Alm- und Weidewirtschaft erhalten wollen, muss ein praktikables Wolfsmanagement her, das die Entnahme von Problemtieren ermöglicht.“ Diskutiert wurde bis spät in die Nacht.

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