„Bergwelten“, so heißt die Ausstellung mit der die Tiroler Künstlerin Katja Duftner aktuell im „Rechelerhaus“ in Ladis gastiert. Musikalisch äußerst stimmungsvoll umrahmt wurde die Vernissage von Toni Wille am Klavier und seiner Begleiterin an der Geige, Vania Oberacher.

Vor allem in Tirol sind die Berge etwas Selbstverständliches und auch Beliebtes. Sie werden bewundert, bestiegen und von manchen auch gefürchtet. Für die Künstlerin Katja Duftner spielen die Berge ebenfalls eine wichtige Rolle. Doch nicht nur die Berglandschaften allein, sondern speziell der Einfluss der Menschen auf diese Landschaften, findet sich in ihren Ölmalereien und Tusche-Zeichnungen wieder.

Katja Duftner ist eine außergewöhnliche Künstlerin, die ihre Anfänge zunächst in der Goldschmiedearbeit fand und später ein Kunststudium absolvierte. In ihrer Karriere stellte sie schon in zahlreichen namhaften Galerien aus. Seit heute stellt sie ihre Werke unter dem Titel „Bergwelten“ im Rechelerhaus in Ladis aus. In ihren Ölmalereien stellt Duftner einerseits die unberührte Natur dar, aber andererseits auch, wie der Mensch versucht, die Bergwelten mehr und mehr in einen Spielgarten für Kletterer und Bergsteiger zu verwandeln. Dabei sieht sie den Berg als ein wildes und gefährliches Objekt, welches nicht nur vom Menschen zur Freizeitbeschäftigung genutzt wird, sondern auch auf einer gewissen Ebene als Kommunikationshilfe dient. Die Kommunikationslinien, die in ihre Werke einfließen, stellen Handymasten und auch andere Technologien wie Schneekanonen dar. Es ist Kunst, die zeigen soll, wie der Mensch immer mehr in die Natur der Berge eingreift, diese verändert und zu seinem Nutzen formt.

Duftner entdeckte zudem eine einzigartige Methode zum Zeichnen für sich. Eine Technologie, die ursprünglich aus Amerika stammt und ein Überbleibsel des 3D-Druckers ist, erlaubt es mit einem speziellen Stift beim Zeichnen den 2-dimensionalen Raum zu verlassen und ins 3-Dimensionale überzugehen. Ähnlich wie eine Heißklebepistole wird in dem Stift ein Material erhitzt, das nach und nach trocknet und es dem Zeichner somit erlaubt, das Papier zu verlassen und in die Höhe zu malen. Eine spannende neue Methode, die allerdings ein großes Maß an Geduld erfordert, denn der spezielle Stift erlaubt nur langsame und mühsame Arbeit. Bis eine Skulptur fertiggestellt wird, vergehen mehrere Wochen. Auf diese Weise kreierte die Künstlerin einzigartige Skulpturen, die alte Brauchtümer in Tirol aufgreifen, wie etwa das „Blochziehen“, ein Brauch im Oberland, der den Winter austreiben soll und zum Beispiel in unserer Nachbargemeinde Fiss mit Begeisterung betrieben wird. Kunstinteressierte können noch bis 7. September 2019 die einzigartigen Kunstwerke im Rechelerhaus besichtigen.

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